Ein Anruf aus Armenien...

... eine Einladung, um beim Umweltfestival in Yerevan einen Karneval der Kinder zu begleiten.

Die Anfrage kam 2 Wochen vor Abflug!

Tatsächlich landeten wir in den frühen Morgenstunden in Yerevan. Wenige Stunden später schauten wir aus dem 9. Stock unseres Hotels auf die Stadt.

Ich war schon ein bisschen aufgeregt, spannend würde es bestimmt.

Geschminkt und in farbenfrohen Kostümen wurden 2 Löwen, 2 Insekten, 2 Vögel und viele Trommeln mit dem Taxi zum Karneval der Kinder gefahren.

Ein großes Staunen auf beiden Seiten, wir, die Exoten vom anderen Stern, die Kids in fantasievollen selbstgemachten Kostümen.

Kaum angekommen, waren wir umzingelt von offenherzigen, strahlenden und selbstbewussten Kindern und Jugendlichen. Es vergingen nur wenige Augenblicke, und wir spielten gemeinsam.

Confusão auf den typischen Sambainstrumenten, die Kids auf ihren Trommeln, erst immer abwechselnd, mal brasilianisch / afrikanische Grooves, mal traditionell 

armenische Rhythmen, und dann am spannendsten, die Mischung aus allem, ein Groove der Lebensfreude pur. Die Jugendlichen kamen aus ganz Armenien in die Hauptstadt. Wochenlang wurde vorher zum Thema Umwelt, Klimaerwärmung und Verschwendung von Ressourcen gearbeitet. Kostüme wurden unter anderem aus Resten und Plastikmüll gebaut.
 
          
 


Nach dem Festumzug durch die Stadt gab es ein großes Fest auf dem Moscow-Platz. Der Platz war geschmückt mit großen Skulp- turen aus Schrott und riesigen überdimensionalen Tierfiguren, gefüllt mit Plastikflaschen. Da waren Könner am Werk!

In so einer tollen Atmosphäre durften wir spielen. Im Nu hatten wir die Herzen erobert, die Men- schen klatschten im Rhythmus, die Kinder tanzten und strahlten uns an, kein Fotohandy blieb in der Tasche.

Auch der Auftritt am Abend zur Eröffnung des Umweltfestivals war ein beeindruckendes Erlebnis. Der rote Teppich wurde ausge- rollt, nur war dieser aus selbstge- flochtener roter Plastikfolie, Die Gäste schritten ins Festivalge- bäude und wurden mit heißen Rhythmen  von uns und einer großen Menschenmenge empfangen.

Vielen Dank an die Organisatoren von sunchild. Wir sind sehr herzlich aufgenommen worden und haben uns sehr wohl bei euch gefühlt.



     
Wir haben uns einige Filme beim Festival angesehen. Besonders beeindruckt, um nicht zu sagen tief bewegt, haben mich die Filme "One Water", "Inconvenient Truth", und "Border". Mit welcher Selbstver- ständlichkeit wir hierzulande reines Trinkwasser zum Wäsche waschen, duschen, Rasen sprengen etc. verbrauchen, während anderen das Recht auf sauberes Wasser versagt bleibt! Jetzt wird man sagen "das hab ich alles schon tausendmal gehört, man will sich ja auch nicht ständig mit Problemen ausein- andersetzen", aber an einem Umweltfestival teilzunehmen und von armenischen, indischen und kosovarischen Dokumentarfilmern andere Sichtweisen vermittelt zu bekommen, hat mich zumindest aufgerüttelt

Martina Spooren
(Confusão)

 
Bei Interesse an mehr Informationen über das Festival (und vielen tollen Fotos) hier der Link zur website:
www.sunchild.am
Fotos: www.sunchild.am und Confusão

mit dabei waren:
Janine Jaeggi (Management), Christian Auer (Gast), Martin Sasse, Tanja Breyer, Bernd Krämer und
Martina Spooren